01.12.2025 – 1.Petrus Kapitel 2
Was schließt das Leben eines Christen mit ein?
Unser Studier- und Forscherabend des 01. Dezembers 2025 stand ganz unter dem aktuellen Thema: Was schließt das Leben eines Christen mit ein? Wir lasen und besprachen das Kapitel 2 des ersten Briefs des Petrus – ein wirklich lehrreiches und zeitnahes Bibelkapitel.
Es ging mit negativen Eigenschaften los (Vers 1), die es unter wahren Christen nicht geben sollte. Die Rede ist von Bosheit, Betrug, Heuchelei, Neid und übler Nachrede / Verleumdung. Interessant dazu war u.a. der Kommentar einer Glaubensschwester, die festhielt, dass genau diese Eigenschaften den Teufel auszeichnen. Da Christen ihrem Herrn Jesus nachfolgen, lassen sie von solchen Eigenschaften ab, denn diese wirken zweifellos trennend, nicht verbindend.
Die Verse 2 & 3 fordern uns Christen auf, ein Verlangen nach der unverfälschten Milch, nach der unverfälschten Lehre unseres Glaubens zu entwickeln. Wer dies in seinem Leben versäumt, wird nicht davon ablassen, Menschen zu folgen und auf ihre Lehren und Auslegungen zu hören. Ein Christ, so schreibt es uns Petrus wörtlich im Vers 2, wird nur dann im Glauben wachsen und sein Ziel, die endgültige Rettung, erreichen, wenn er sich ausschließlich unter Gebet vom Wort Gottes, der unverfälschten Milch ernährt. Nichts wird in der gesamten Christenheit leider so vernachlässigt wie diese Aufforderung. Genau deshalb gibt es so viele unterschiedliche Lehren in der Christenheit. Dagegen wäre die unverfälschte Milch eigentlich ganz leicht mit Hilfe des Heiligen Geistes zu verstehen! Uns als Gemeinde bedeutet diese Aufforderung jedenfalls sehr viel. Wir freuen uns von Woche zu Woche, dass wir dieses Verlangen nach dem unverfälschten Wort Gottes spüren und wir danken unserem Vater im Himmel von ganzen Herzen, dass er uns aus den Fängen der Religionen befreit hat. Für jeden von uns ist es unvorstellbar, sich jemals wieder Menschen und ihren Interpretationen und Lehren zuzuwenden.
Zugewendet haben wir uns unserem Herrn Jesus, dem lebendigen Eck- oder Grundstein (Verse 4-10), den leider so viele Menschen verwerfen. Auf diesem Grundstein wird das Haus Gottes, der Tempel Gottes auf Erden gebaut. Jeder Christ, der ein Verlangen nach der unverfälschten Milch, der wahren Lehre des Glaubens entwickelt, wird durch die Wirkung des Heiligen Geistes verstehen, dass er als Christ zu einem Stein dieses Hauses, aufgebaut auf Christus, wird. Somit gehört er zum auserwählten Volk Gottes und wird ein Teil der königlichen Priesterschaft. Die Freude über diesen Werdegang veranlasst einen Christen, allen Menschen Gottes Taten zu verkünden, die ihn aus der Finsternis befreit und in sein wunderbares Licht geführt haben. Zudem wird diese Erkenntnis und Freude auch jeden wahren Christen veranlassen, ein brauchbarer, wertvoller Baustein zu bleiben. Petrus sprach in Verbindung mit dem Grundstein (Christus) als von einem kostbaren Stein. Zweifellos zeigte Jesus in allen Bereichen, dass er kostbar, heilig, rein und erhaben ist. Er tat bedingungslos alles, was dem Willen des Vaters entsprach. Er gehorchte in allem. Genau deshalb wurde er zum Grundstein des Hauses seines Vaters, zum Tempel Gottes auf Erden. Kannst Du Dir vorstellen, dass jeder, der sich heute Christ nennt, automatisch zu einem Baustein dieses Tempels wird? Kannst Du Dir vorstellen, dass ein beschmutzter, defekter, wertloser Stein für diesen einmaligen Tempelbau verwendet wird? Unzählige Christen sind tatsächlich nur dem Namen nach Christen, denn sie sind weder gewillt, ein Verlangen nach der unverfälschten Milch zu entwickeln, noch sind sie gewillt, sich an das Wort Gottes zu halten. Sie leben weder nach den Maßstäben des Wortes Gottes was Ehe, Moral, Benehmen usw. anbelangt, noch erkennen sie den Sohn Gottes in seiner tatsächlichen Stellung als Hohepriester und Retter an. Sicher kann man in Bezug auf solche Christen in keiner Weise von einem kostbaren Stein sprechen. Sie gleichen defekten, wertlosen Steinen, die sicher nicht zum Bau des Tempels Gottes auf Erden dienen. Jeder, der schon einmal auf dem Bau gearbeitet hat, weiß, dass man defekte Steine aussortiert. So ist es auch beim Bau des Tempels Gottes. Die nächsten Verse zeigten uns gleich, was einen Christen als Baustein disqualifiziert.
Die Verse 11-17 ermahnen uns Christen in Bezug auf unser Verhalten zur Welt. Diese Welt, so Petrus sehr deutlich, ist nicht unsere Heimat. Er erinnert uns, wie bereits sein Apostelkollege Paulus, daran, dass wir hier auf Erden nur Fremdlinge sind. Gebt den Angeboten und Verlockungen dieser Welt nicht nach, schreibt Petrus im Vers 11. Ihr Ziel ist es, euch innerlich zu zerstören! Unser Austausch hierzu lief zunächst etwas zäh an, denn so richtig wollte erst einmal niemand erwähnen, was denn diese Verlockungen und Angebote der Welt sein könnten. Ehrlicherweise gestanden wir uns alle ein, dass wir hier offensichtlich einen Lehrpunkt besprechen, bezüglich dessen sich jeder von uns noch gewaltig verbessern kann. Jeder von uns wird, wenn er hierzu in den Spiegel Gottes schaut, Flecken an sich erkennen. Interessant war der Vergleich zu den Gastarbeitern, die in den 60ern nach Deutschland kamen. Ihr Ziel: Als Fremdlinge zwei, drei Jahre zu bleiben, um dann finanziell gestärkt wieder in ihre Heimat zurückgehen zu können. Genauso lebten die ersten Gastarbeiter hier auch. Sie lebten untereinander, meist in billigen Wohnheimen oder Baracken, also ganz schlicht und einfach. Sie investierten hier nichts, denn sie schickten das verdiente Geld nach Hause um sich dort Schätze aufzuhäufen. Sie lernten die Sprache nicht, denn sie hatten ja das Ziel, wieder in ihre Heimat zu gehen. Einige taten dies auch wie geplant. Der größere Teil aber verlor so nach und nach den Status Gastarbeiter, Fremdling, indem sie anfingen, sich hier zu integrieren. Sie mieteten sich schöne Wohnungen, bauten Häuser, lernten die Sprache, investierten ihr Geld (häuften Schätze auf), anstatt es nach Hause zu schicken und letztlich holten sie sogar hierher, was ihnen lieb und teuer war – ihre Familien. Die Fremde wurde zur Heimat. Vor sie sich umsahen, wurden sie zu einem Teil von Deutschland. Vorbei der Status Gast / Fremder. Genauso kann es einem Christen auch ergehen. Wir leben in dieser Welt als Fremdlinge. Eigentlich wollen wir heim zum Vater, heimgeholt werden vom Herrn ins wahre Leben. Wie verhalten wir uns nun auf dieser Erde? Investieren wir hier unsere Zeit und unser Geld, schaffen wir uns viel an, um ein gemütliches, schönes Leben zu führen oder sind wir uns bewusst, dass die Angebote und Verlockungen der Welt uns von innen heraus zerstören? Fassen wir Fuss in dieser Welt, ja machen wir sie zu unserer Heimat, indem wir uns politisch beteiligen, für Verbesserungen kämpfen oder halten wir uns von dieser Welt getrennt, weil wir wissen, dass sie bereits zum Untergang verurteilt wurde? Da wo Dein Schatz ist, sagte Jesus einst, da wird Dein Herz sein. Wer sich hier Schätze aufhäuft, wer hier in vollen Zügen das Leben genießen möchte, wer seine Familie hier integriert – der lebt hier zweifellos nicht als Fremdling. Wer sich dagegen Schätze im Himmel aufhäuft, will dort hin, denn er will ja seinen Lohn erhalten. Es war am Ende noch sehr schön, wie ehrlich, selbstkritisch und christlich wir uns zu diesem wichtigen Lehrpunkt austauschten. Zweifellos geht das nur, wenn man seinem Mitchristen auch etwas Einblick in sein Privatleben und seine Persönlichkeit gibt, wenn man sich ehrlich und selbstkritisch äußert, sich gegenüber seinem Bruder oder Schwester nicht verschließt. Schön, dass wir uns so eng miteinander verbunden fühlen, dass dies fast allen Teilnehmern in unserer Gemeinde so möglich ist. Den anderen sei gesagt, dass Christsein u.a. auch eine tiefe Verbundenheit zu seinen Brüdern und Schwestern beinhaltet. Wer sich dauerhaft verschließt und nie etwas von sich preisgibt, wer nie das Verlangen hat, einmal etwas persönliches zu erzählen, wer sich nie mit seinen Brüdern und Schwestern in Natur (life) treffen will, der sollte einmal darüber nachdenken, ob Jesus ihm bei der Hochzeit des Lammes einen eigenen Saal zur Feier in Isolation bereitstellt.
Weiter ging es mit der Aufforderung des Petrus, sich menschlichen Ordnungen zu unterstellen, diesen zu gehorchen. Christen sind frei, denn die Wahrheit hat sie tatsächlich freigemacht. Allerdings missbrauchen sie diese Freiheit nicht für Fehlverhalten. Im Gegenteil, sie strengen sich in allen Lebensbereichen an, vorbildlich zu leben, so dass durch ihr Verhalten selbst die überzeugt werden, die sie bösartig verleumden. Auch hierzu war unser Austausch eine wahre Freude und hat sicher dazu geführt, dass wir alle noch motivierter sind.
Die letzten Verse berührten uns alle ebenso sehr. Christus als Vorbild für Sklaven – so überschreibt die Elberfelder Bibel die Verse 18-25. Es ehrt einen Menschen, wenn er deshalb Böses erträgt und Unrecht erduldet, weil er in seinem Gewissen an Gott gebunden ist. Wow – was können wir allein aus diesem Vers lernen und mitnehmen. Wie kann allein schon dieser Vers, das Leben und Verhalten eines Christen ins Positive beeinflussen. Oder die Aussage des Petrus im Vers 20: „Erträgt aber jemand Leid, obwohl er nur Gutes getan hat, dann findet das Gottes Anerkennung.“ Das sind sehr markante Aussagen, die sehr wohl zeigen, wie reif ein Christ tatsächlich ist und in welchem Maße er sich vom Geist Gottes in seinem Leben leiten lässt. Jesus, unser Herr, gab uns hier ein vollkommenes Vorbild: „Er hat sein Leben lang keine Sünde getan; nie kam ein betrügerisches Wort über seine Lippen. Beschimpfungen ertrug er, ohne mit Vergeltung zu drohen, gegen Misshandlungen wehrte er sich nicht; lieber vertraute er sein Leben Gott an, der ein gerechter Richter ist.“ (Vers 22 & 23)
Egal wie lange wir schon Christen sind, wir alle können weiterhin lernen, lernen, lernen. Wir können uns weiter verbessern, positiv verändern, weiter annehmen und praktizieren, was uns der Herr vorgelebt hat. Der gemeinsame Studier- und Forscherabend hat uns zweifellos in Bezug auf diese Ziele geholfen. Wie schön und lieblich ist es doch, wenn Brüder zusammenkommen.
