Hebräer Kapitel 2

Am 04.08.25 erforschten wir Hebräer Kapitel 2. Was in diesem Bibelbuch den Judenchristen im ersten Jahrhundert geschrieben worden ist, gilt auch für uns Christen heute.

Wir lasen und besprachen das zweite Kapitel des Hebräerbriefs. Nachdem der Bibelschreiber den Judenchristen anhand von Zitaten aus den hebräischen Schriften eindrucksvoll erklärte, dass Jesus der einziggezeugte Sohn Gottes ist, fordert er diese nun auf, auf das zu achten, was sie gehört haben. Er führt ihnen vor Augen, dass jeder, der schon dem mosaischen Gesetz gegenüber ungehorsam war, einem Gesetz, das in Anführungszeichen nur von Engeln überliefert worden ist, von Jahwe für sein Verhalten zur Rechenschaft gezogen worden ist. Denkt ihr wirklich, so fragt er die Judenchristen, ihr entgeht der Strafe Jahwes, wenn ihr seinem Sohn und seinen Geboten nicht gehorcht? Jahwe selbst hat seinen Sohn bestätigt. Daher passt auf, dass ihr euer Ziel nicht verfehlt.

Was den Judenchristen gesagt wurde, zählt auch für uns Christen. Wer den Sohn in seiner tatsächlichen Stellung nicht anerkennt, wer seinen Geboten nicht gehorcht, wer ihm nicht nachfolgt, der verfehlt sein Ziel. Interessant war der Kommentar einer Schwester aus unserer Mitte, die festhielt, dass leider auch heute, sehr viele Christen eine solch direkte Erinnerung, einen solchen Apell nicht ertragen. Anstatt nachzudenken und zu handeln, wird fälschlicherweise nur auf die Liebe des Christus hingewiesen, die angeblich alles zudeckt. Dem ist so aber nicht. Über Jesus lesen wir: Er lernte Gehorsam, er tat den Willen seines Vaters. Seine Nachfolger tun das ebenso. Daher gehorchen sie seinen Geboten. Daher nehmen sie vollständig an, was er lehrte, handeln danach. Hierzu gehört auch das Studium und das Prüfen der inspirierten Schriften, verbunden mit Anstrengung und Fleiß, welches im Übrigen zur Folge hat, dass man durch den Heiligen Geist das Wort Gottes richtig versteht.

Weiter besprachen wir, dass uns nur Christus allein zum Vater führt. Nach seinem irdischen Dienst hat ihn der Vater erhöht, hat ihm alles zu Füßen gelegt, hat ihn zum Herrscher eingesetzt, ihm alles unterworfen. Er kam, um uns Menschen zu erlösen. Ja, seine Nachfolger nennt er nun seine Brüder. Mit ihm haben wir Christen einen Herrscher und Herrn, der selber Mensch war und sich daher in jede Lebenslage, jeden Kummer, jeden Schmerz, in jede Freude, die wir verspüren, hineinversetzen kann. In bessere Hände hätte der Vater unsere Zukunft nicht legen können.

Der Lesestoff führte erneut zu einem lebendigen und interessanten Austausch in der Gruppe. Wir unterhielten uns auch über den Gedanken zum Vers 16, aus dem hervorgeht, dass Jesus für uns Menschen starb, nicht für die Engel. Hierzu traten verschieden Ansichten und Meinungen auf. Wie immer haben wir uns alle Ansichten angehört, wie immer konnte jeder seine Meinung vortragen. Und wie immer haben wir uns gegenseitig anhand der Schrift gezeigt, warum die ein oder andere Ansicht so nicht richtig sein kann. Diese Offenheit, diese Vorgehensweise führte auch an diesem Abend wieder dazu, dass am Ende doch jeder aus der Gruppe zur gleichen Ansicht kam, nämlich zu der, die die Schrift lehrt. Genau deshalb ist das Zusammenkommen, der Austausch anhand der Schriften so wichtig. Auffallend war, so Revue passieren lassend, dass das andere Gedankengut mit den Worten vorgetragen wurde: „Man sagt, dass……“ . Hier war schon erkennbar, dass die vorgetragene Ansicht nicht aus dem persönlichen Studium des Wortes Gottes kommt, sondern vom Lesen einer bibelerklärenden Literatur, was einige mit Schmunzeln aufnahmen, denn sie sahen genau in dieser Formulierung und dem Vertreten dieser Ansicht erneut bestätigt, wie unnötig und irreführend das Lesen von menschlichen Ansichten und Erklärungen ist. Wer eine Ansicht und Meinung, die er sich herausstudiert hat, vertritt, der beginnt immer mit den Worten: „aber die Bibel lehrt in…… folgendes“. Schön war es, dass dies allen dann so aufgefallen ist und sich jeder den Aussagen des Wortes Gottes zugewandt hat. Das zeichnet jeden Teilnehmer in unserer Gruppe lobend aus – was die heilige Schrift lehrt, wird bereitwillig angenommen. Abgeschlossen haben wir unser Treffen mit einem sehr schönen, zu Herzen gehenden Gebet von Franzi.

In Puncto Gebete müssen wir als Gruppe noch lockerer und bereitwilliger werden. Ein Gebet zu sprechen tut nicht weh. Jeder sollte eigentlich den Wunsch haben unserem Vater zu danken und dieser Wunsch sollte stärker sein als die Angst, keine Worte zu finden. Egal wie lang oder kurz ein Gebet auch sein mag, egal wie oft Du stotterst oder pausierst – wenn es von Herzen kommt, dann trägt es zur Erbauung der Gruppe und zur Freude des Vaters bei. Machen wir hier doch unserem Herzen den Weg frei. Gerade unsere Schwestern sprechen so schöne, von Herzen kommende und gefühlvolle Gebete. Bringen wir alle den Mut zum Beten in der Gruppe auf.