02.03.2026 – 3. Johannes
Wer gleicht heute dem Diotrephes zur Zeit des Johannes?
Was lernen wir aus dem Beispiel des Gajus über die Gastfreundschaft?
Wie bei den Lesungen und Besprechungen der ersten zwei Briefe des Johannes spürten wir auch bei dessen dritten Brief wie wichtig es ist, sich immer und immer wieder mit dem Wort Gottes auseinanderzusetzen. Sicher unterscheidet sich unser alltägliches Leben im 21. Jahrhundert von dem Leben der Christen zur Zeit des Johannes und zu dem Zeitpunkt als er seine Briefe unter Inspiration verfasste. Dennoch sind seine Worte göttlichen Ursprungs und somit für einen Christen zeitlos wichtig und gültig. Mit dieser Einstellung schauten wir uns zusammen an, was Johannes seinem lieben Freund und Bruder, dem Gajus, schrieb.
Im Vers 3 lobt Johannes seinen Freund, weil dieser so treu in der Wahrheit wandelt. Wir fanden diesen Aspekt sehr interessant, weil Johannes hier nicht eine ganze Gemeinde für ihren treuen Wandel lobt, sondern einen Einzelnen. In seinem vorherigen Brief betonte er auch schon, dass er sich sehr freut, “in eurer Gemeinde einige kennen gelernt zu haben, die ihr Leben ganz an Gottes Wahrheit ausrichten“ und danach leben – siehe 2. Joh. 1 Vers 4.
Anerkennung seitens des Herrn findet ein Christ also dadurch, dass er sein Leben ganz persönlich nach der Wahrheit, die im Wort Gottes steht, ausrichtet und nicht durch die Zugehörigkeit zu einer Gemeinde oder einer Religionsgemeinschaft, einer Kirche oder einer Organisation. Hierbei dachten wir auch an die Worte, die unser Herr Jesus zu den einzelnen Gemeinden in Kleinasien sprach – siehe Offenbarung Kapitel 2 und 3. Aus diesen Worten ist klar zu erkennen, dass ein Christ niemals gerettet wird, nur weil er einer bestimmten Gemeinde, einer Kirche oder einer Organisation, wie z.B. einer Gemeinde/Versammlung der Zeugen Jehovas, angehört. Gerade letztere lehren ja in ihren Schriften, dass die Rettung zum ewigen Leben nur in Verbindung mit der Zugehörigkeit, der Mitgliedschaft bei den Zeugen Jehovas möglich ist. Wer so wie wir rein die Bibel unter Gebet liest, studiert und bespricht, kann über solche und ähnliche Aussagen in der Literatur der Zeugen Jehovas nur noch den Kopf schütteln, dies am Rande erwähnt.
Begeistert hat uns allesamt, für was Johannes, ein direkter Gesandter und Berufener des Herrn, seinen Freund und Bruder Gajus lobt. Er lobt ihn weder für eine großzügige Spende, noch für einen erfolgreichen Berichtszettel, noch für viele Predigtdienststunden, noch für die Mithilfe bei einem Missionswerk oder kirchlichen Bauwerk – NEIN, er lobt ihn für seine aktive, brüderliche Hilfe und Liebe in Verbindung mit der Gastfreundschaft. Welch ein Vorbild dieser Gajus für wahre Christen doch ist. Wir erinnerten uns daran, was wir u.a. von Paulus und Petrus in Bezug auf die Gastfreundschaft schon durch den Herrn gelehrt bekamen. Eingangs hielten wir fest, dass wir im 21. Jahrhundert etwas anders leben als unsere Brüder in biblischen Zeiten. Gastfreundschaft, so wie sie in der Bibel beschrieben wird, findet heute in den meisten Kulturen nicht mehr statt. Heute gibt es Gasthäuser/Hotels, in denen unsere Brüder unterkommen können, oder? Heute kann man sich einen Besprechungsraum mieten, wenn man sich irgendwo in Deutschland mit seinen Brüdern trifft, oder? Heute braucht niemand sein Haus oder sein Wohnzimmer für Brüder bereitstellen, die extra angereist sind, um die anderen zu treffen, oder? Heute geht man gemeinsam zum Essen, anstatt dass man zusammen Zuhause ein Mahl zubereitet, oder? Zuhause könnte man zwar zusammen i.V.m. dem Essen und dem Zusammensitzen das Mahl des Herrn begehen, aber das ist alles zu kompliziert und zu eng, oder? Es erhebt sich beim Lesen, beim Studieren, beim Nachsinnen und beim Besprechen des Wortes Gottes doch tatsächlich die Frage, ob unser heutiges Leben tatsächlich so ganz anders ist als das Leben der Christen damals ODER ob wir es einfach nur anders handhaben möchten, weil wir insgesamt isolierter und egoistischer leben möchten als die ersten Christen. Gastfreundschaft bringt dem Gastgeber zweifellos große Freude ein, weil er von der engen Gemeinschaft mit seinen Brüdern profitiert. Jemanden in sein privates Umfeld zu lassen, dieses preiszugeben, es zu teilen, zeigt Vertrauen und Liebe zum anderen. Zudem wird so ein Verhalten, so ein Akt der Bruderliebe durch den Herrn gesegnet. Zusammen eine gewisse Zeit auf engerem Raum zu sein, bringt schnell ans Tageslicht, wer christliche Tugenden zeigt und hervorbringt. Man lernt sich sehr schnell und sehr genau kennen. Es dient zweifellos auch zur Schulung der eigenen christlichen Lebens- und Verhaltensweise. Leider wollen sich die meisten Christen dieser Herausforderung offensichtlich nicht mehr stellen. Schade, wirklich sehr schade. Wer in seinem christlichen Leben schon mal ihm gar nicht näher bekannte Brüder und Schwestern beherbergt hat, ja Gastfreundschaft erwiesen hat, der weiß, von was wir hier erzählen und schreiben. Selbst wenn das mit so manchen Herausforderungen und Arbeiten verbunden ist, es ist jedes Mal wieder eine schöne und erbauende Erfahrung. Ja, es ist eine Bereicherung in Puncto christlichem Wandel. Zweifellos regte uns der Bericht über den Gajus an, darüber nachzudenken, was Gastfreundschaft bedeutet und dass diese ein biblisches Gebot ist.
Einen umfangreichen Austausch hatten wir auch über den Inhalt der Verse 9-11, in denen von einem Christen Namens Diotrephes berichtet wird, der seine Stellung in der Gemeinde zweifellos missbrauchte und denen, die sich an die Lehre des Christus hielten, sehr zusetzte. Im Gegensatz zu dem, wie z.B. die Zeugen Jehovas diesen Bibelbericht für ihre Zwecke missbrauchen, um Christen, die innerhalb ihrer Organisation die Lehre des Christus gegenüber den Lügen ihres treuen und verständigen Sklaven verteidigen, als böse darzustellen, haben wir diesen Bibelbericht unter Wirkung des Heiligen Geistes zum ersten Mal in unserem Leben in der richtigen Sichtweise erkennen dürfen.
Wir versetzten uns alle sinnbildlich in die Gemeinde, in der Diotrephes denen, die sich an die Lehre des Christus hielten, auf übelste Weise zusetzte. Wir hielten fest, dass bereits bei Johannes, einem direkten Gesandten Jesu, um Hilfe angefragt worden ist, welcher bereits einen Brief in Bezug auf dieses Anliegen an die Gemeinde sandte. Leider nahm Diotrephes nichts von dem, was Johannes schrieb, an. Im Gegenteil, er ging nun so weit, dass er sogar die Brüder aus der Gemeinde ausschloss, die sich an die Lehre des Christus hielten. Wir fragten uns, wie wir uns damals wohl in dieser Gemeinde verhalten hätten? Hätten wir die ausgeschlossenen Brüder, bei denen wir ja tatsächlich beobachtet haben, dass sie gemäß den Lehrern des Christus gehandelt haben, zurückgewiesen, ihnen den Gruß verweigert, sie geächtet, nur weil sie von einem Mann ausgeschlossen worden sind, der die Lehren des Christus mit den Füßen trat? Wem hätten wir uns damals unterstellt – der Macht des Diotrephes oder dem Christus? Wären wir zu den ausgeschlossenen Brüdern und somit zu den tatsächlichen Lehren des Christus gestanden, selbst wenn wir dann ebenfalls ausgeschlossen worden wären? Was hätte für uns damals mehr gezählt – die Lehre des Christus oder die Lehre, das Sagen eines Diotrephes?
Wir riefen uns in Erinnerung, was wir in den Briefen des Paulus und Petrus über das Leben und Verhalten in einer Gemeinde gelernt haben. U.a., dass jede Unstimmigkeit öffentlich vor der ganzen Gemeinde geklärt werden sollte. Wir erinnerten uns daran, dass wir gelernt haben, dass jedes Gemeindemitglied in der Pflicht steht, seinen Bruder vor einem Fehltritt zu warnen und diesem behilflich sein muss. Wir erinnerten uns daran, dass jeder in einer Gemeinde bei Problemen mutig für die Wahrheit, die Lehre des Christus einstehen muss. Keiner darf sich feige verhalten und von sich geben: das geht mich nichts an, das müssen andere verantworten. Ja, wir spielten die Situation unter allen Gesichtspunkten durch und waren erstaunt, was wir inzwischen gelernt und vom Heiligen Geist erklärt bekommen haben. Und ja – wir schämten uns zutiefst, in der Vergangenheit bei den Zeugen Jehovas all das, was das Gesetz des Christus durch Paulus, Petrus und Johannes hierzu erklärt, nicht umgesetzt zu haben. Verflucht, ja verflucht soll der falsche Prophet, der treue und verständige Sklave sein, der uns durch seine teuflische Belehrung nicht nur blind für das Gesetz des Christus machte, sondern uns auch zu kalten, harten und feigen Menschen manipuliert und erzogen hat. Gepriesen dagegen sei Jesus, unser Herr, der uns heute durch den Heiligen Geist erkennen hat lassen, was wirklich in diesen Versen steht. Möge er jedes Mitglied dieses Gremiums sowie alle Helfer und Helfeshelfer dieses Gremiums bis hinunter zu den mitspielenden Ältesten für ihre bösen Werke richten. Diese sind die wahren Diotrephes in dieser Gemeinschaft, die sich christlich nennt. Genau dieselben Prozesse finden in anderen Glaubensgemeinschaften und Kirchen statt. Da brauchst Du die Hand nicht umzudrehen.
Ja, es war ein sehr aufregender, aber auch ein sehr erbauender Abend. Am Ende haben wir uns noch an dem Lied „Gott segne Dich“ erfreut. Der Text dieses Liedes drückt aus, was wir uns gegenseitig, ein jeder dem anderen, wünschen, ja was wir persönlich jedem wahren Christen, jedem unserer Brüder und Schwestern weltweit wünschen. Am Ende unseres Beisammenseins sprach unsere Schwester Franzi noch ein wunderschönes, ein aus ihrem Herzen kommendes und uns zu Herzen gehendes Gebet, welches uns tief berührt hat. Welch eine erbauende, wunderschöne Zusammenkunft wir doch wieder hatten. Darin waren wir uns hinterher alle einig. Nach einem ebenso netten und unterhaltsamen privaten Austausch verabschiedete sich dann so nach und nach einer vom anderen. Was bleibt ist das Gelernte, die Erbauung und die Freude, dass wir uns nächsten Montag wiedersehen.
Wenn Du mit dabei sein willst, dann nutze den Button zum Zoomlink auf der Seite „Online Bibellesen und Forschen“ auf unserer Website www.online-bibelforschen.de oder schreib uns eine Mail, dann senden wir Dir gerne den direkten Einladungslink zu. Gerne können wir uns vorab schon ein wenig bekanntmachen, damit Du Dir nicht so fremd vorkommst. Behalte aber generell im Sinn, dass sich wahre Christen auch unbekannterweise treffen können und durch das Wirken des Herrn sehr schnell spüren: hier gehöre ich dazu, hier bin ich richtig. Wir freuen uns auf Dich.
Solltest Du, der Du diese Zusammenfassung unseres Treffens gerade gelesen hast, bei den Zeugen Jehovas sein, dann fühle Dich bitte nicht persönlich angegriffen, sondern denke einmal intensiv über den Missbrauch der leitenden Körperschaft und ihren Helfern in Bezug auf den Inhalt des dritten Briefes des Johannes nach. Viele aus unserer Gemeinde wurden von den Ältesten oder Kreisaufsehern als Diotrephes bezeichnet und tituliert, weil sie die falschen Lehren des tuvS nicht mehr annehmen konnten und wollten. Ihnen wurde von der Geistlichkeit der Zeugen Jehovas ein böses Handeln unterstellt. Ihnen wurde verboten, aus der Bibel zu zitieren, anhand der Bibel zu beweisen, dass diese etwas anderes lehrt als der tuvS in seinen Schriften kundtut und von den Mitgliedern der Organisation fordert. Am Ende wurden sie heimlich durch unbiblische Rechtskomitees ausgeschlossen und der Ächtung preisgegeben. Man teilte den anderen in der Versammlung mit, sie seien dem Wandel und Handeln des Diotrephes gefolgt. Dabei lehrt Johannes doch, dass genau die Ältesten und Verantwortlichen innerhalb der Zeugen Jehovas, die sich nicht an die Lehren des Christus halten, dem Diotrephes gleichen. Wir wünschen Dir, dass Du die Wahrheit zu diesem Bibelbericht und dem Verhalten der jw.org erkennen darfst. Möge Dir unser Herr Jesus den Schleier lüften.
