Hebräer Kapitel 10 (Verse 19-38)

Am 22.09.2025 lasen und besprachen wir Hebräer Kapitel 10 - zunächst erneut die Verse 19-31. Im Anschluss dann die restlichen Verse dieses Kapitels.

Unter anderem fanden wir Antworten auf folgende Fragen:
Wer gehört zu den Menschen, die Jesus mit Füßen treten?
Wer gehört zu den Menschen, die das Blut des Bundes schmähen?
Wer gehört zu den Menschen, die den Heiligen Geist schmähen?

Wie angekündigt lasen und betrachteten wir zunächst die Verse 19 – 31 des zehnten Kapitels erneut, da letzte Woche aus zeitlichen Gründen viele Kommentare und Beiträge zu diesen Versen nicht mehr gegeben werden konnten. Ferner wollten wir ja noch herausfinden, ob man pauschal sagen kann, dass Christen, die einer Religion angehören, die unbiblische Lehren lehrt und deren Mitglieder diese trotz besseren Wissens nicht verlassen – obwohl sie nämlich durch das Lesen im Wort Gottes für sich feststellen, dass die Bibel eigentlich etwas anderes lehrt als ihre Religion – das Opfer des Herrn mit Füßen treten.

Es war erneut eine große Freude, wie viele während der vergangenen Woche zu diesem Thema im Wort Gottes nachstudiert hatten. Ja, im Wort Gottes – nicht in Schriften von Menschen oder Religionsorganisationen. So kam es wie es kommen musste. Was wir uns letzte Woche in dreißig Minuten Austausch nicht beantworten konnten, was anstatt einer Lösung noch mehr Fragen aufwarf, beantwortete uns heute Abend der Heilige Geist direkt aus dem Wort Gottes durch die Brüder und Schwestern, die unter Gebet nachstudiert hatten.

Zunächst hielten wir fest, dass es weder unsere Aufgabe noch unser Recht als Christen ist, andere Christen zu richten, zu verurteilen oder gar zu katalogisieren, also Praktiken anzuwenden, wie sie Religionen an den Tag legen. Das ist weder unsere Aufgabe noch unser Ziel. Nein – es ging uns vielmehr um die Frage, was biblisch gesehen mit all den lieben Menschen passiert, die trotz besseren Wissens an den unbiblischen Lehren ihrer Religionsgemeinschaft festhalten, anstatt sich von dieser zur lösen und dem Herrn Jesus so nachzufolgen, wie es die Bibel lehrt.

Wir stellten fest, dass der Hebräerbrief im Kapitel 10 in Vers 29 tatsächlich drei Sünden anspricht, für die es für einen Christen keine Vergebung mehr gibt.

Diese wären: Den Sohn Gottes (Christus) mit Füßen zu treten, das Blut des Bundes zu entweihen und den Heiligen Geist zu schmähen.

Die Ausdrucksform „den Sohn Gottes mit Füßen zu treten“ drückt zweifellos eine totale Ablehnung der Herrschaft des Christus aus. Es ist interessant, dass der Schreiber des Hebräerbriefs mehrmals vorab erwähnt, dass Christus zur Rechten Gottes auf dem Thron sitzt. Offensichtlich gibt es Menschen und Geistgeschöpfe, die seine Herrschaft in keiner Weise anerkennen wollen, ihn sozusagen am liebsten vom Thron stoßen, ihn mit ihren Füßen treten möchten. Ein solches Geistwesen ist z.B. Satan, der Teufel. Jesaja 14 die Verse 12-15 beschreiben, mit welcher Energie Satan den Christus ablehnt, wie er versuchte, sich auf dessen Thron zu setzen.

Satan wurde nach seinem gescheiterten Versuch „Jesus vom Thron zu stürzen“ zur Erde hinabgeschleudert. Die Bibel lehrt uns, dass er nun der Herrscher über diese Welt ist – siehe u.a. 2. Korinther 4 Vers 4. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Bibel ferner lehrt, dass er Menschen dazu bringt, den Christus zu hassen und zu ersetzen. Angefangen hat das bereits, als Christus im Jahr 33 u.Z. nach seiner Auferstehung in den gereinigten Himmel aufstieg. Von da an begann gemäß dem Wort Gottes eine Gruppe von Menschen in Erscheinung zu treten, die Paulus in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher als Mensch der Gesetzlosigkeit beschreibt – siehe 2. Thessalonicher Verse 1-12. Diese Menschen verbreiten falsche Lehren über den Christus, verdrehen sein Evangelium, führen unzählige Menschen und Christen, die auf ihre Botschaften und Äußerungen hören, in die Irre. Sie erreichen tatsächlich, dass Menschen Gott den Rücken zukehren, ja, selbst Menschen, die einmal das wahre Evangelium von Christus erkannten und an Gott glaubten wie es das Evangelium (die Bibel im Gesamten) wirklich lehrt.

Das Ganze gipfelt dann kurz vor dem erneuten Erscheinen des Christus – bei seinem zweiten, für die Menschheit sichtbaren Kommen – in einer kompletten Auflehnung gegen Gott. In dieser Zeit wird ein buchstäblicher Feind Gottes in vollendeter Form auftreten, der sogenannte Antichrist. Dieser wird in 1. Johannes 2 den Versen 18-29 ausführlich beschrieben. Mit das Krasseste an dieser Beschreibung ist, dass die Mitglieder dieses Feindes Gottes, des Antichristen, aus den Reihen der Christen kommen. Warnend sagt Johannes: verlasst ihr euch, ihr wahren Christen, deshalb weiterhin nur auf den Heiligen Geist als euren einzigen Lehrer, dann werdet ihr die tatsächliche Wahrheit auch nie verlassen können.

Gemäß diesen Bibelberichten wird es also fortlaufend Christen und andere Menschen geben, die die Wahrheit über den Christus mit dem Ziel verdrehen, dass andere ihren Glauben verlieren. Ferner wird es fortlaufend vorkommen, dass Christen zu Antichristen werden. Im Schlussteil der Tage werden diese Menschen den Christus dann vollkommen ersetzen, sich förmlich auf seinen Thron setzen. Überall sollen gemäß der Bibel bereits Vorgänge dazu im Gange sein und sobald das – so der Vers 7 in 2. Thes. 2 – beiseite genommen wird, was dieser Entwicklung noch im Wege steht, wird der Antichrist sich voll entfalten und versuchen, den Thron Jesu zu stürzen, sprich die Menschen lehren, es gibt keinen Christus, keine Sündenvergebung, keinen Retter.

Es war einfach erneut ein tolles Erlebnis, wie wir die Zusammenhänge aus unserem bisherigen Bibelforschen nun auch zu diesem komplexen Thema verknüpfen können. So wissen wir, dass das, was sich dem Antichristen noch in den Weg stellt, der Heilige Geist, Gottes wirksame Kraft ist, die durch wahre Christen präsent ist, also durch die Christen, die sich ausschließlich von dieser Kraft belehren lassen. Sind diese Christen erst einmal von der Erde weggenommen – die Bibel lehrt ja, dass Jesus seine Brüder vor seinem zweiten, sichtbaren Kommen entrückt, zu sich heimholt – dann ist kein Geist Gottes mehr auf Erden. Ja, dann treibt der Antichrist sein volles Unwesen. Bühne frei, könnte man dann sagen, für alle Gottlosigkeit und Selbstherrlichkeit auf Erden.

Es wird sich also klar und deutlich zeigen, wer ein wahrer Christ ist, wer sich ausschließlich vom Heiligen Geist leiten lässt und wem das tatsächlich alles nichts anhaben kann.

Im Gegensatz dazu wird sich zweifellos auch herausstellen, wer zu den Christen gehören wird, die durch die ständig negative Beeinflussung des Menschen der Gesetzlosigkeit sowie ihrem Versäumnis, sich ausschließlich vom Heiligen Geist selbst belehren zu lassen, zur Gruppe des Antichristen gehören werden. Für letztere wird es zweifellos kein Opfer mehr geben, keine Vergebung der Sünden, so wie es der Hebräerbrief nun schon zum zweiten Mal lehrt.

Dann hatten wir ja noch die zwei Sünden „das Blut des Bundes entweihen“ sowie „Gottes Geist zu schmähen“.

Die Kraft und der Vorteil des Blutes Jesu wird uns im Hebräerbrief ja exakt beschrieben. Wer das nicht anerkennt, impliziert, dass das Blut Jesu keine reinigende Kraft hat, sprich er schmäht es. Gemäß dem Wort Gottes ist das ebenfalls eine Sünde von der Art, für die es keine Vergebung gibt.

Etwas zu schmähen, setzt Anmaßung und Arroganz voraus. Etwas zu schmähen bedeutet, schlecht darüber zu sprechen, etwas zu beleidigen. Anmaßung und Arroganz stehen in Gegensatz zur Beschreibung des Heiligen Geistes als Geist der Gnade. Ein Abtrünniger begegnet der Gnade des Geistes tatsächlich mit Arroganz, Anmaßung und Beleidigung. Er weist das Opfer Jesu, Gottes durch den Geist gegebene Gnade, arrogant und beleidigend ab. Dieser Prozess beginnt mit der Ablehnung des Heiligen Geistes als einzigen Lehrer.

Wenn wir diese Gesichtspunkte im Gesamten analysieren, dann erhalten wir einen klareren Blick in Bezug auf die Personen, die hier angesprochen sind. Ebenso eine eindeutige Warnung, vor was wir uns hüten müssen und was uns nicht erschrecken sollte, so unser Resümee an diesem Abend.

Wir waren tief beeindruckt, was uns der Heilige Geist zu diesem Thema nun alles offenbart hat und wir empfanden tiefe Freude in unseren Herzen, dass wir uns das alles selber unter Gebet um Leitung aus dem Wort Gottes erarbeitet haben.

Wir stellten an diesem Abend auch fest, wie wichtig das Gebet ist und wie unerlässlich die richtige Form der Anbetung, denn jeder, der sich nicht an die Anweisung Jesu in Bezug auf das richtige Beten hält, biegt bereits hier von der wahren, reinen Anbetung ab. Ja tatsächlich – ein Christ, der beispielsweise zu Jesus anstatt alleine zum Vater betet, zeigt mit seiner auflehnenden Haltung gegen die klare Anweisung unseres Herrn durch das Vaterunser, dass er sich nicht vom Heiligen Geist belehren lassen will.

Ebenso wer für Dinge betet, die im Widerspruch zu Gottes Willen sind. Viele von uns dachten hier an die Gebete in ihren Kirchen zurück, z.B. an die Gebete in den Königreichssälen der Zeugen Jehovas, wo für den Segen für den angeblich von Gott eingesetzten treuen und verständigen Sklaven oder die angebliche Organisation Jehovas oder das weltweite gottgefällige Predigtwerk gebetet wird. Schauder und Schütteln überkam uns bei diesen Gedanken, denn die Bibel lehrt all das nicht. Daher widersprechen solche Gebete ebenfalls klar und deutlich den Anweisungen Jesu, auf die richtige Art und Weise zu beten.

In diesem Zusammenhang äußerte eine Schwester noch einen sehr, sehr interessanten Kommentar zum Vers 21 des zehnten Kapitels. Sie bemerkte, dass Jesus der Hohepriester ist und somit der Mittler zwischen Gott und den Menschen. Welches Volk Gottes, so fragte sie, hat jemals den Hohepriester angebetet, sprich den Mittler? Undenkbar, oder? Nicht nachvollziehbar wie Christen heute auf die Idee kommen, ihren Hohepriester Jesus anzubeten.

Wir schlossen unser gesegnetes, ja unser wahrlich gesegnetes Beisammensein mit mehreren Gebeten ab. Ja – wir praktizierten in unserer kleinen Gemeinde zum ersten Mal das, was wir aus der Apostelgeschichte lernten. Viele Teilnehmer drängte es, ein Gebet zu sprechen. Wir alle empfinden so viel Dankbarkeit für diese erbauenden Einblicke in die Weisheit von oben, dass der Mund des Einzelnen aussprechen musste, was das Herz empfindet. Dazu gibt es so viele belastende Dinge, die auf jeden von uns einströmen, dass es eine wahre Befreiung ist, diese in einem Gebet nach oben abzugeben. Das haben wir an diesem Abend getan und es hat uns bis hin zu Tränen bewegt, was der Einzelne empfindet und was wir gemeinsam spüren.

Halleluja – gepriesen seist Du, Vater, in alle Ewigkeit für Deine Liebe und Deine Gnade, Jesus Christus. Danke, dass unser Herr Jesus auch an diesem Abend wieder in unserer Mitte war, danke, dass er uns den versprochenen Helfer, Deinen Heiligen Geist, Deine wirksame Kraft, gibt. Vielen Dank, dass Du uns weiterhin hilfst, uns ausschließlich auf Deinen Heiligen Geist zu verlassen. Gerade dieser Abend hat uns wieder vor Augen geführt, wie töricht, gefährlich und dumm es ist, Deinen Heiligen Geist als einzigen Lehrer fallen zu lassen. Die Folgen für uns wären fatal – lass uns das nie, nie, ja bitte nie vergessen. Vater, wenn es Dein Wille ist, lass dies bitte noch viele Christen erkennen, hilf ihnen, zu Dir zurückzukehren, hilf ihnen, dass sie sich lossagen von menschlicher Weisheit, von religiösen, unbiblischen Lehren, dass sie Dein Wort selber lesen, erforschen, dass sie dies nur unter Gebet mit Hilfe Deines Geistes tun. Du warnst und zeigst uns durch Dein Wort ja die Gefahr, die vom Menschen der Gesetzlosigkeit ausgeht. Du zeigst uns, dass Christen, wenn sie Deinen Heiligen Geist verschmähen und ablehnen, zu Antichristen werden können. Warum also sollten wir, sollte ein Christ überhaupt, das Ohr menschlicher Weisheit zuwenden, wenn die Welt um uns herum doch in der Macht dessen liegt, der böse ist. Nein, Vater, wir hier wollen weiterhin nur auf Dein Wort hören und uns weiterhin nur durch Deinen Heiligen Geist leiten lassen, den Du uns durch Deinen Sohn zur Verfügung stellst. Danke Vater – in Jesu Namen, Amen!