Hebräer Kapitel 10 (Verse 1-31)

Am 15.09.2025 lasen und besprachen wir Hebräer Kapitel 10, die Verse 1-31

Unser Treffen am 15.09.25 war erneut ein sehr lebendiger und informativer Austausch. Der Inhalt der ersten 31 Verse des Kapitels 10 gab hierzu auch reichlich Gelegenheit. Die Kommentare und Gedanken zu diesen Bibelversen waren so umfangreich, dass uns die Zeit förmlich weglief. Gerade zu den Versen 19-31 konnten viele Gedanken noch gar nicht ausgesprochen werden. Ferner war es schade, dass wir auf den ein oder anderen Gedanken zeitlich gar nicht mehr eingehen konnten.

Daher vorweg gleich mal die Bekanntgabe, dass wir am 22.09.2025 die Verse 19-31 erneut lesen, so dass hier alles noch Offene und nicht Ausgesprochene noch vorgetragen werden kann. Denn wir wollen uns die Zeit geben, so lange über das Gelesene nachzudenken und zu sprechen, bis alles ausgesprochen ist, was der Heilige Geist uns dazu mitteilt.

Zu den Versen 1-18 fand ein reger Austausch statt, warum Jahwe eigentlich nie Gefallen an Opfern hatte, so wie er sie durch den mosaischen Gesetzesbund vom Volk Israel verlangte. Interessant war auch, wie wir uns Schritt für Schritt durch Nachdenken erarbeitet haben, warum Jahwe dennoch diese Opfer im mosaischen Gesetzesbund vorgeschrieben hat, obwohl sie ihm keinen Gefallen bereitet haben. Die Vielzahl an biblisch fundierten Kommentaren war hier sehr hilfreich.

Ein weiterer sehr schöner Punkt öffnete sich, als ein Teilnehmer fragte, ob die Aussagen von den Versen 12 und 13 kein Widerspruch zu den Aussagen sind, dass Jesus bereits alle Macht erhalten hat und das Volk der Christen führt. Der Vers 13 betont ja, dass Jesus zur Rechten Gottes wartet, bis Gott ihm alle seine Feinde als Schemel für seine Füße hinlegt. Die Erklärungen und Kommentare aus der Gruppe zu dieser Frage des Teilnehmers, waren sehr aufschlussreich und erklärend. Somit war am Ende allen Teilnehmern klar, dass hier kein Widerspruch vorliegt. Im Gegenteil – das Wort Gottes ist geprägt von Weisheit in seinen Aussagen.

Als sehr motivierend und erbauend empfanden wir den Inhalt der Verse 22 und 23. Unsere Körper sind durch das Blut Jesu reingewaschen, geheiligt. Halten wir an dieser Hoffnung, an dieser Tatsache fest. Zweifeln wir nicht weiter daran. Wir alle erkannten an den Kommentaren zu diesen Versen wieder einmal, was uns Religionen in der Vergangenheit angetan haben. Jede Religion spielt mit dem Gewissen und der Angst ihrer Anhänger. Jede Religion baut Druck und Angst auf, vermittelt ihren Anhängern eine Ungewissheit, ob sie am Ende tatsächlich von Gott anerkannt und gerettet werden. Das Wort Gottes lehrt aber ganz klar: Ihr könnt euch felsenfest auf eure Hoffnung und die Vergebung eurer Sünden aufgrund des einmaligen Opfers Jesu verlassen, weil Gott sein Wort hält. Ja tatsächlich – wer an der Hoffnung festhält, sich von nichts davon abbringen lässt, der braucht auch nie mehr zu zweifeln oder sich unwürdig zu fühlen. Schön, dass wir diese Erkenntnis an diesem Abend erneut durch den Heiligen Geist zu unserer Erbauung vermittelt bekommen haben.

Die Verse 26-31 sind erneut eine ganz klare Aussage an alle Menschen, die Christus erkannt haben, aber sich bewusst nicht an das halten wollen, was er lehrte. Sprich bewusst in Sünde leben, ihn, den Sohn Gottes, mit Füßen treten. Diese klaren Worte finden wir so „direkt“ nun schon „zum zweiten Male“ im Bibelbuch an die Hebräer, dass ja gezielt für die Judenchristen geschrieben worden ist, also an eine Gruppe von Menschen gerichtet ist, die sich aufgrund des neuen Bundes und des Gesetzes des Christus von etwas Vergangenem trennen sollten, ja mussten. Wer das damals nicht tat, wer das Opfer des Christus und alle Änderungen, die der neue Bund mit sich brachte, nicht vollständig anerkannte, sprich, wer zum Beispiel weiterhin Tieropfer darbrachte, wer weiterhin in den Tempel ging, wer weiterhin am mosaischen Gesetz festhielt, usw., der trat in übertragenem Sinne tatsächlich das Opfer des Christus mit Füßen, denn er zeigte ja, dass er weder auf Christus vertraute noch das wertschätzte, was er für ihn persönlich getan hat. Ferner lehnte er dadurch ab, was der Vater für ihn durch seine Gnade künftig vorgesehen hat, nämlich himmlisches Leben.

In unserer Gruppe gibt es sehr feinfühlige Menschen, die sich die Frage stellen: Wann fällt heute jemand unter diese Gesichtspunkte? Wann tritt heute jemand den Christus mit Füßen? Zählen hier alle Christen dazu, die einer Religion und/oder Organisation angehören, z.B. die Zeugen Jehovas, die Christus mehr oder weniger außen vorlassen? Die ihn weder als ihren einzigen Mittler und Retter anerkennen (die KdöR der ZJ lehrt ja, dass der gerettet wird, der ihrer Organisation angehört, auf Jehova getauft ist und den Lehren des treuen und verständigen Sklaven blind vertraut) und die aufgrund der Tatsache, dass sie anstatt der Bibel die „angeblich bibelerklärende Literatur“ von Menschen lesen, die nicht erkennen können (oder wollen), dass jeder Christ zum Leib Jesus gehört, wenn er seine Gebote befolgt, wozu auch das Nehmen von den Symbolen beim Mahl des Herrn gehört.

Gehören hier z.B. alle Katholiken dazu, die zur Beichte gehen, weil sie denken oder denken wollen, dass ihnen nur ein Priester im Auftrag Jesu ihre Sünden vergeben kann? Treten sie den Sohn Gottes mit Füßen, weil sie sein einmaliges und dauerhaftes Opfer nicht anerkennen und stattdessen bei einer Beichte Vergebung suchen?

Wie schaut es mit den freievangelischen Gemeinden aus, die Jesus als Gott anbeten? Hat Jesus nicht selber gesagt, dass man nur den Vater anbeten soll? Hat Jesus sein Opfer nicht dem Vater im Allerheiligsten dargebracht? Wenn Jesus, wie es die Bibel lehrt, der Sohn Gottes ist, also weder Gott selbst noch ein Teil einer dreieinigen Gottheit, wäre die Missachtung von Jesu klaren Anweisungen dann auch gleich einem Tritt mit Füßen gegen den Herrn Jesus?

Fakt ist zweifellos, dass die Bibel ganz klar lehrt, dass der Vater jedem wahren Christen sein Gesetz ins Innere schreibt und dass der Heilige Geist in jedem Christen wirkt, der ihn wirken lässt, diesen nicht betrübt. Der Heilige Geist, so das Wort Gottes, soll euer einziger Lehrer sein. Betet Gott in Geist und Wahrheit an, uvm. Der Christ, der all diese Neuerungen, die der neue Bund mit sich brachte, erkannt hat, trennt sich zweifellos von all dem, was durch Christus aufgehoben worden ist. Wie wir bereits im Studium des Hebräerbriefs lernen konnten, hält ein solcher Christ, ähnlich wie die Judenchristen damals, an nichts mehr fest, was verworfen worden ist. Schau Dir die Religionen an, schau Dir an, in welchem Teil der Bibel die Strukturen zu finden sind, die sie vorweisen. Auch das haben wir bereits ausführlich aus dem Hebräerbrief gelernt und studiert. Von den Judenchristen damals wurde ganz klar und nüchtern erwartet: Sagt euch von eurer bisherigen Anbetungsform endlich los und anerkennt, was euch der Christus und der Heilige Geist geoffenbart haben. Wenn ihr das nicht tut, dann bleibt nichts mehr für euch übrig.  

Mitten in dieser schönen Aussprache mussten wir den Abend leider beenden. Wie eingangs aber erwähnt, fassen wir am kommenden Montag diese Gedanken gerne noch einmal auf. Es ist einfach schön, wie offen unsere Gruppe ist und aus welch gefühlvollen Menschen sie besteht. Natürlich ist gerade die Antwort auf diese Frage für alle von enormem Interesse, deren Angehörige z.B. bei den Zeugen Jehovas sind, einer Sekte, die den Umgang und Kontakt mit bibeltreuen Christen verbietet. Daher erreicht man diese Menschen leider nicht mit den tatsächlichen Aussagen der Bibel. Handeln Zeugen Jehovas oder andere Christen, die einfach nicht annehmen wollen, was die Bibel in Bezug auf den neuen Bund wirklich lehrt, tatsächlich mutwillig gegen den Herrn Jesus? Bleibt für solche Christen aus Religionsorganisationen am Ende wirklich nichts mehr vom Opfer Jesus übrig? Kann man das so eins zu eins mit dem, was den Judenchristen geraten worden ist, vergleichen? Gibt es biblische Anhaltspunkte, ab wann jemand den Christus tatsächlich erkannt hat und ihn ablehnt?

Wir sind gespannt auf den nächsten Montag, auf weitere biblische Zusammenhänge und Kommentare zu diesem Thema.

Da unsere Abende immer so interessant sind, die Zeit immer viel zu schnell vergeht, wurde angefragt, ob wir das Zusammensein nicht generell auf 1,5 Stunden (90min.) verlängern können. Denkt hierzu doch einmal nach, wir stimmen am Montag dann darüber ab.